Schlaf ist wichtig. Und damit kommen wir zu einem essentiellen Ausrüstungsgegenstand jeden Pilgers- Der Schlafsack. Die Frage nach einem geeigneten möglichst günstigen Schlafsack wird immer wieder gestellt. Lässt sich pauschal aber ebenso wenig beantworten wie die Frage nach geeigneten Schuhen oder einem Rucksack.

Schlafsack

Daher möchte ich euch erstmal einen allgemeinen Überblick über die Eigenschaften verschaffen, anhand derer ihr euch euren passenden Schlafsack suchen könnt.

Material

Man hat zwei Optionen Daunen und Kunstfaser. Beide haben unterschiedliche Eigenschaften, die ich kurz aufführen werde.

  • Daunen – Daunen haben den Vorteil, dass sie sehr gut isolieren und der Schlafsack sich auf ein sehr kleines Packmaß mit geringerem Gewicht zusammenrollen lässt. Werden Daunen feucht verkleben sie und können nicht mehr so gut isolieren. Wer also draußen nächtigen möchte sollte aufpassen, dass es nicht dazu kommt. Ist das Lager aber schön trocken, sind sie perfekt. Leider kosten Daunenschlafsäcke auch meist wesentlich mehr als die aus Kunstfaser.
  • Kunstfaser – Diese hat den enormen Vorteil, dass sie extrem günstig ist. Leider ist ihr Packmaß auch größer und sie sind schwerer. Es gibt aber schon Frühjahrs/Herbstschlafsäcke mit maximal einem Kilo Gewicht für ca 50 €. Ihr Vorteil – auch wenn sie klamm sind isolieren sie noch und sie trocknen sehr schnell.
  • Es gibt mittlerweile auch Schlafsäcke, die beide Materialien kombinieren.

Komforttemperatur

Bei Schlafsäcken gibt es immer drei Temperaturangaben.

  • Temperaturbereich Komfort: Diese Temperatur ist immer die angenehmste. Der Schlafsack hält euch warm ohne, dass ihr ins Schwitzen geratet.
  • Temperaturbereich Limit: Auch bei dieser Temperatur kann man noch entspannt schlafen aber ein wenig kalt könnte es werden.
  • Temperaturbereich Extrem: Schön ist was anderes. Ihr werdet frieren und euch verkühlen.

Wer eine genaue Erklärung zu den Werten und wie sie entstehen lesen möchte, kann hier und hier schauen.

Die Komforttemperatur, die ihr wählt sollte immer der Jahreszeit angepasst sein. In einem sehr warmen spanischen Sommer, darf sie höher liegen und im Herbst/ Frühjahr im einstelligen Bereich. Ich bin z.B. auch eine kleine Frostbeule und habe daher lieber die muckeligere Variante gewählt. Öffnen kann man den Schlafsack immer wenn es zu heiß ist und bei Übernachtungen unter freiem Himmel, habe ich einfach mehr Sachen anbehalten. Wer so gut heizt wie mein Freund kann im Sommer vielleicht auch nur mit einem einfachen Inlet losziehen. Diese gibt es aus Seide, Baumwolle oder etwas dicker als Fleece.

Formen

Es gibt einige Schlafsackformen, die ihre Vor und Nachteile haben.

  • Mumienschlafsack – Er ist sehr körpernah geschnitten und spart so auch Material und liegt eng an. Wenn man sich dreht, dann dreht man den Schlafsack meist mit und bei der Bauchlage hat man auf einmal die Kapuze im Nacken.
  • Eiform – Biete mehr Bewegungsfreiheit als ein Mumienschlafsack
  • Deckenschlafsack – Dieser ist Rechteckig geschnitten und oft ohne Kopfteil. Wenn man ihn ganz auf macht, dann hat man eine große Decke. Meist sind dies Hüttenschlafsäcke.

Packen

Viele machen den Fehler und rollen den Schlafsack um ihn dann in den Sack zu quetschen. Ein Tip: stopft ihn in den Sack. Bei gleichmäßiger immer wiederkehrender Packweise entstehen Knicke im Füllmaterial, die bei Kunstfaser Auswirkungen auf die Stabilität der Füllung haben. Wenn ihr länger nicht unterwegs seid, dann bewahrt ihn nicht im Packsack auf, sondern hängt ihn offen irgendwo hin oder legt ihn in einen Bettkasten.

Fazit

Es kommt auf die eigenen Bedürfnisse an. Schlaft einfach mal bei verschiedenen Außentemperaturen bei geöffneten Fenster in eurem erwählten Schlafsack und schaut wie ihr das empfindet. Den perfekten Schlafsack gibt es eh nicht. Auf 800 km durch verschiedenen Klimazonen, kann euch jegliche Temperatur und Wetter begegnen, wenn ihr Pech habt. Überlegt euch auch gut ob ihr den Schlafsack vielleicht für Outdoor und Camping nutzen wollt auch da dies andere Ansprüche mit sich bringen kann.

Generell kann man mit einem Komfortbereich um die 8-10° C und einem maximalen Packgewicht von 1kg nichts falsch machen im Frühjahr oder Herbst. Diese bekommt man schon ab 50€. Alles andere hängt vom Geldbeutel ab oder ob ihr vielleicht ein Schnäppchen findet.

 

Advertisements