Heute geht es um den Rucksack. Er ist das Heim, der Kleiderschrank und Tansportmittel eines Pilgers.

Rucksack

Allgemeines

Da kein Pilger die gleiche Größe hat und niemand das gleiche Empfinden, ist es schwer einen Rucksack zu empfehlen. Die Größe hängt von euch und euren Bedürfnissen ab. Wieviel Ausrüstung nehmt ihr mit? Eine kleine Person hat ein kleineres Volumen an Kleidung als eine Große, eine schlanke natürlich auch weniger als eine Übergewichtige. Hinzu kommt was für den einen verzichtbar ist und für den anderen unverzichtbar. Im Winter braucht man natürlich auch dickere Kleidung als im Sommer. Die meisten Rucksäcke auf dem Camino liegen bei 30 bis hin zu 50 Liter. Es wird gerne eine Fraustregel von maximal 10% des eigenen Körpergewichts für Rucksack + Inhalt (ohne Wasser und Essen) genannt. Dieses ist selten machbar. Viele pochen im Zuge der Ultraleichtmanie auf möglichst kleines leichtes Packmaß. Aber dieses benötigt oft auch ein höheres Budget. Zwar sollte auch beim Rucksackkauf schon auf das Eigengewicht des Rucksacks geachtet werden, aber der Tragekomfort sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. Wie bei den Schuhen gilt es am besten vor Ort anzuprobieren. In den meisten Fachläden gibt es Gewichtssäcke mit denen ihr den Rucksack füllen könnt. Das ist wichtig, denn ein ungepackter Rucksack wirkt durch seine Leichtigkeit meist bequem und kann nicht richtig eingestellt werden. Wer auch später noch Touren mit Zelt oder auf Strecken plant, wo man am besten etwas mehr Essen mit nimmt, sollte seinen Rucksack etwas größer wählen oder die +5/+10 Optionen wählen bei denen meist im oberen Bereich noch Luft für weiteres Gepäck ist.

Die Rückenlänge

Diese ist entscheidend für einen guten Sitz. Es gibt mittlerweile Rucksäcke bei denen man diese variabel einstellen kann. Da Frauen oft einen kürzeren Rücken haben wurden diese auf spezielle Frauenmodelle übertragen. Aber lasst euch davon nicht täuschen. Ich selber habe einen Männerrucksack, der aber auch nach allen Neueinstellungen meinem Freund nicht passt. Wir sind beide in der Größe durchschnittlich für unser Geschlecht.

Die Rückenlänge könnt ihr folgendermaßen messen. Vom 7. Halswirbel bis zum 5. Lendenwirbel. Nehmt dazu ein Maßband und einen Helfer zur Hand. Wenn ihr das Kinn zur Brust neigt, dann steht ein Wirbelknöchel besonders hervor. Dies ist der 7. Halswirbel. Um den 5. Lendenwirbel zu finden, ertastet die obere Kante eures Hüftknochens und fahrt mit den Fingern richtung Wirbelsäule. Auf der gleichen Höhe wie die obere Kante liegt der Wirbel.

Die Schulterbreite

Auch hier wird oft bei den Frauenmodellen angepasst. Einige Hersteller haben Serien, die extra schmaler geschnitten ist. Meist gekennzeichnet als Frauenmodelle. Allerdings passt mir ja auch eine Herrengröße obwohl sie auch eine Damenreihe produzieren. Meinem Freund wiederum passte das Herrenmodell garnicht. Da hilft wohl auch nur probieren.

Das Rückensystem

Es gibt bei jedem Hersteller unterschiedliche Rückensysteme, die drei gängigsten möchte ich euch hier aufzählen.

  • Vollkontaktsystem – Viele ältere und günstige Modelle haben solche Systeme. Die Rückwand ist mit einem Schaumstoff verstärkt und liegt eng am Rücken an. Daher lässt der Rucksack keine Luft an den Rücken. Folge ist, dass man meist sehr verschwitzt darunter ist.
  • Kontaktsystem mit Belüftung – Diese tragen meist das Wort Air im Namen. In die Verstärkung aus Schaumstoff sind Vertiegfungen und Gänge eingebracht an denen der Rücken nicht direkt anliegt. Durch die Bewegung soll die Luft dort zirkulieren können.
  • Ventilationssystem – Diese bestehen aus einem anatomisch geformten Rahmen mit stabilem Mesheinsatz, was den Rucksack vom Rücken entfernt hält und somit bei warmen Temperaturen am besten geeignet ist, da fast überall Luft hinkommt. Aber ab einem gewissen Gewicht bzw Rucksackgröße wird darauf nicht mehr zurückgegriffen, da es für die Lasten nicht ausgelegt ist. Aber bis ca 50 Liter kann man diese bekommen.

Der richtige Sitz

Wenn ihr den Rucksack einstellen wollt, dann packt ihn mit Gewicht voll. Entweder eure Ausrüstung oder im Laden mit den dafür vorgesehenen Gewichten.

 

Eingriffe und Taschen

Man sollte sich überlegen ob man einen reinen Toploader (Eingriff nur von Oben) oder einen Rucksack mit weiteren Eingriffen möchte. Braucht man Befestigungsösen für Trekkingstöcke oder Isomatten? Nimmt man eine Trinkblase mit oder hat lieber eine Trinkflasche in den Außentaschen. Die Frage wieviel und wo solche Eingriffe, Taschen und Ösen verteilt sind, solltet ihr von eurer Ausrüstung und eurem persönlichen Komfortempfinden abhängig machen.

 

 

 

 

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