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Der Gang nach Canossa gilt nicht direkt als Pilgerweg und der Autor wird daher von manchen mit einem Jakobspilgern verwechselt. Die Motive für den Weg sind wie so oft Anzeichen für Burnout und das sich im Leben etwas ändern sollte. Dabei gehr Herr Gastmann auch auf seine Familiengeschichte ein. Leider werde ich nicht so richtig schlau draus warum gerade Canossa. Immerhin ist der Herr nicht sehr religiös und trifft sich auch nicht mit dem Papst persönlich. Eine Art Abbitte für die Menschheit etwa? Manche Begegnungen sind auch leider nicht spontan, sondern liegen auf seinem Weg und dienen ein wenig der eigenen Recherche für weitere Artikel und Lesestoff. So werden damals aktuelle Themen wie die Okkupy Bewegung und ein Skandal um Silikonimplantate angesprochen. Aber wie immer geht es auch um körperliche Herausforderungen und Herr Gastmann macht auch schon zu beginn keinen Hehl daraus warum er nach einem anstrengenden Tag ein ruhiges Zimmer bevorzugt. Allerdings hat man auf diesem Weg auch keine Pilgerherbergen und so sind regelmäßige Kontakte zu anderne Menschen eh eher selten. Schön fand ich aber, dass das Buch locker geschrieben ist und sich leicht lesen lässt. Es gibt einiges historisches über den Gang nach Canossa zu erfahren und der Autor erzählt hier über die ihn prägenden Ereignisse anstatt jeden Tag wie ein Tagebuch abzuhandeln. Es ist mal ein etwas anderer Weg aber nicht weniger mit körperlichen Schmerzen und Gedankengängen verbunden als ein anderen Pilgerweg.

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