Vorbereitung ist alles

„Ich bin unsportlich. Schaffe ich so den Camino?“ oder „Ich mache dieses Wochenende eine Wanderungen um mich vorzubereiten“ Solche oder ähnliche Sätze tauchen immer wieder in Foren und Gruppen auf und daher möchte ich gerne ein wenig über die körperliche Vorbereitung schreiben.

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Zu nächst einmal sollte man sich klar machen, dass der menschliche Körper drauf ausgelegt ist lange Strecken zu gehen. Das ist etwas was unsere Vorfahren zu dem aufrechten Gang gebracht hat. Vielleicht ist aber bei dem ein oder anderen der Körper nicht in einem optimalen Zustand. Es gibt Fehlstellungen, Übergewicht oder Unfallbedingte Schäden, die Beschwerden bereiten. Aber keine Angst Langstreckenwandern und Pilgern ist kein Hochleistungssport und man kann eine Menge tun um sich vorzubereiten. Bei Fehlstellungen und anderen Schäden, sollte man einen Orthopäden oder seinen Arzt in sein Vorhaben einweihen und sich mit ihnen beraten. Auch eine Tageswanderung hilft schon um in sich hineinzuhorchen und eventuelle Probleme zu erkennen. Selbst bei einem nicht ganz unsportlichen Menschen, wie mir, hat das plötzliche Mehrgewicht auf dem Rücken und eine Fehlstellung die ersten Probleme bereitet. Ich werde daher nie eine Tour machen können, bei der ich Zelt und viel Verpflegung mit nehmen muss. Mein Körper stößt da einfach an seine Grenzen.

Wie gesagt man muss kein Hochleistungssportler sein um den um mehrere Tage zu wandern oder zu pilgern. Eine vereinzelte Wanderung am Wochenende wird euch allerdings längerfristig nicht vorbereiten. Ihr geht einen Tag und habt eine lange Phase in der ihr die Muskulatur nicht weiter beansprucht. Wenn ihr aber unsportlich seid können kleine Sporteinheiten 2 mal die Woche helfen.

Ich bin nicht unsportlich aber da ich vor meinem Camino im Mai 2015 weniger Sport gemacht habe weil ich im Winter weniger Optionen nutze, bekam ich nach ca 4 Tagen Schmerzen während meiner Ruhephasen. Das war soweit nicht schlimm, denn meine Muskulatur wurde nun gefordert. Als ich letztes Jahr Ende des Sommers den Rothaarsteig ging, hatte ich diese Probleme nicht. Während des Sommers hatte ich mehr Sport gemacht, weil der meiste Sport bei mir draußen statt findet. Ich werde euch daher einige meiner Sportarten auflisten für eure Vorbereitung auflisten. Keine Angst es wird nichts abgefahrens, denn ich mache meist nur Sport, der mir Spaß macht und es geht auch nicht daraum besonders ausgepowert danach zu sein oder die schnellste Zeit zu machen. Hier soll aus keinem ein Spitzensportler werden. Aber wer hat schon Zeit und Lust Abends mit voll gepacktem Rucksack 2-3 mal die Woche einige Stunden zu gehen.

Schwimmen

Es reicht bereits eine halbe Stunde konsequentes Bahnenschwimmen. Wer das durchzieht und vielleicht hin und wieder seine Geschwindigkeit erhöht wird einen Trainingseffekt merken. Ich variire gern zwischen Brust und Rückenschwimmen, weil die Muskulatur unterschiedlich beansprucht wird und vor allem die ganze Körpermuskulatur arbeiten muss. Es ist Gelenkschonend und Konditionsfördernd.

Joggen

Das ist wirklich nicht für jeden etwas. Ich konnte auch lange nicht verstehen warum Menschen stumpf durch die Gegend rennen. Auch hier geht es nicht um die Geschwindigkeit. Oft startet man beschwingt und dann gehts schnell bergab. Also lieber konsequent langsam und kontinuierlich laufen. Ich bin am Anfang so langsam gejoggt, dass ein anderer locker schnell neben mir her gehen konnte und dennoch habe ich trotz nur 1-2 mal pro Woche laufen einen Trainingseffekt gespürt und konnte die 5 km, die ich als Maß genommen habe, immer schneller laufen. Man kommt dabei zwar nie auf Wettkampfniveau und irgendwann ist ein Steigerung der Ausdauer und Kraft ausgeschlossen aber an diesen einen Punkt zu gelangen reicht vollkommen. Es gibt diverse Trainingspläne, die mit Intervallen oder Zeitsteigerung arbeiten um den Start leicht zu machen. Macht euch ein wenig schlau und schaut was euch zusagt.

Inlineskaten

Das Wetter wird besser und bald geht es wieder raus. Ich bin ein großer Fan von Funsport, der Outdoor stattfindet. Da ist Inlineskaten genau richtig und fordert auf so vielfältige Weise die Beinmuskulatur. Meine Standartrunde ist ein 17 km Strecke um einen See herum. Wenn es wieder los geht muss man aber auch die Muskulatur wieder an den Bewegungsablauf gewöhnen. Aber es macht wirklich großen Spaß.

Fahrradfahren

Hier kann man auch viel variieren. Nutzt das Rad einfach öfter und lasst das Auto mal stehen. Oder ihr nehmt eine kleine Strecke einfach mal konsequent mit gesteigertem Tempo anstatt die Strecke einfach wie eine Sonntagsfahrer abzuklüngeln. Wer wie wir hier Berge hat kann auch einfach mal testen wie weit er kommt ohne die Gangschaltung zu sehr zu nutzen. Hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten und man kann einfach einen kleinen Ausflug machen und dabei Landschaften genießen.

Bodyweighttraining

Es gibt eine Menge Übungen, die wirklich gut dazu beitragen bei konsequenter Anwendung die Muskulatur aufzubauen… Liegestütz und Kniebeugen sind da nur zwei der bekanntesten. Für Couchpotatoes wirklich zu empfehlen. Hier gibt es auch eine Menge Übungen um alle möglichen Muskelgruppen zu beanspruchen. Man braucht keine spezielle Ausrüstung oder Geräte und kann sie auch bei schlechtem Wetter machen. Da gibt es eigentlich keine Ausrede. Ein sehr schöner Blog mit Youtube Channel, den ich sehr empfehlen kann ist Fit Trio . Aber es gibt noch so viele andere, da ist bestimmt für jeden etwas dabei.

Und wie bereitet ihr euch so auf eure Wanderungen vor?